Kategorie: Allgemein

  • Bild.Geschichte.

    Bild.Geschichte.


    Oder: Die glückliche Verbindung von Leidenschaften zu einem Gesamtkunstwerk

    Photographie und Literatur, passen sie zusammen? Und wenn ja, wie?

    Es ist nicht offensichtlich, aber bei näherem Hinsehen ist es gar nicht so schwierig, Literat:Innen mit einem starken Bezug zur Photographie zu entdecken. Und was da zu finden ist!

    Reisen, photographieren, schreiben

    Er ist ein Reisender und offenkundig viel in der Welt herumgekommen. Seine Lebensmittelpunkte haben sich mehrmals verändert. Erfahrungen und Eindrücke haben sich in seinen Büchern  bleibend niedergelassen. Die Hauptfiguren seiner Geschichten sind Reisende und Suchende, nicht nur örtlich oder räumlich, ganz besonders auch im Denken und Fühlen. 

    Egal wohin, Baby

    Die Rede ist von Christoph Ransmayr. Mit „Egal wohin, Baby“ (erschienen bei S.Fischer) legt er einen Band voller stiller, fragender, aber auch abenteuerlicher Geschichten vor. Wahrhaft weltumspannend treibt es Lorcan (das alter ego des Autors) um. Mit messerscharfem Blick, auch ganz zufällig, fallen ihm die Bilder der Welt ins Auge. Photographien, manchmal wohl komponiert, manchmal mit dem Eindruck eines Schnappschusses, sind Teil der Reiseaufzeichnungen, eine Art Tagebuch und Basis der Erinnerung.

    70 Bilder also sind es, die Ausgangspunkt sind für kurze Geschichten, der Autor nennt sie Mikroromane. Vor unseren Augen entsteht ein Panorama von Selbstverständlichem, Ungewöhnlichem, Überraschendem, kunst- und phantasievoll ausgebreitet, fein gewebt aus Realität und Phantasie.

    Wie die Märchen meiner Kindheit, mit denen ich Lesen gelernt habe, sind mir die Geschichten bisweilen vorgekommen. Ich habe sie mit Abstand gelesen, um sie auf mich wirken zu lassen, um meiner Phantasie freien Lauf zu lassen. Ich wollte die Sprachmelodie wirken lassen, die ich je Geschichte einmal sachlich, dann dramatisch, nachdenklich und melancholisch erlebt habe. Und jede einzelne Geschichte entfaltet ihre ganz eigentümliche Aura.

    Was bleibt

    Für mich und all jene, die sich auch (intensiver) mit Photographie beschäftigen, sind die Bilder im Buch und die sich daraus entwickelnden Geschichten ein Hinweis, auch selber wieder intensiver auf die Arbeiten, die wir geschaffen haben zu schauen, uns zu erinnern, Gefühle und Eindrücke, Ereignisse und Erlebnisse aus den Tiefen unseres Gehirns und unserer Seele hervorzuholen oder gar ganz neue Geschichten dazu zu entwerfen.

    Ich habe die Geschichten mit höchstem Genuss gelesen, märchenhafte Gedankensplitter, die lange nachhallen. Für alle, die die außergewöhnliche Formulierungskunst von Ransmayr noch nicht kennen, ist die Lektüre dieses Buches ein hervorragender Ausgangspunkt für die Erkundung der großen Romane von Christoph Ransmayr.

    Ich wünsche euch wunderbare Bildwelten beim Lesen guter Bücher!

    Gerhard Breindl

  • Wie wir miteinander umgehen sollen!

    Wie wir miteinander umgehen sollen!


    Ich habe mir vorgenommen, hier auch immer wieder über Bücher zu schreiben, die mich bewegen oder die ich wichtig finde, und auch darüber, was ich mir darüber denke.

    Mit welchen unter den zahlreich möglichen Titeln beginnen, großartige, bekannte, unbekannte, gefeierte, …? Da ist mir dieses Thema in den Sinn gekommen, weil ich seit langem darüber nachdenke.

    Über den Umgang miteinander

    Unsere Gesellschaft befindet sich im emotionalen und sozialen Zerfall.

    Die Diagnose ist eindeutig, von wem auch immer sie kommt. Welche Positionen auch immer wir einnehmen und die Art, wie wir sie vertreten, das Ich steht im Vordergrund. Recht zu haben und zu behalten, wird als Wert an sich betrachtet. Bei der Wahl der Mittel sind wir nicht zimperlich. Reflexion, wozu? 

    Die Ich-AGs sind auf dem Vormarsch. Zuerst wollen wir unsere eigenen Bedürfnisse befriedigt sehen und dann, lange nichts. Dabei übersehen wir, ob wir das wollen oder nicht, dass wir soziale Wesen sind und in vielerlei Hinsicht von anderen, von unserer sozialen Umwelt, von der Interaktion mit unseren Gegenübern abhängig sind. 

    Wer nichts Gutes gibt, bekommt nichts Gutes zurück. Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück. 

    Wir müssen uns daher fragen: Soll sich das fortsetzen und mit welchen Konsequenzen? Wohin soll das führen? Oder müssen wir selbst und als Gemeinschaft alle Anstrengungen unternehmen, um das umzukehren. 

    Veränderung ist möglich

    • Es gibt ein Mittel, das Linderung und Veränderung, wenn schon nicht Heilung verspricht. Das Mittel heißt Wertschätzung und es kostet nichts, jedenfalls nicht in Form von Geldwert (auch wenn es die Silbe „wert“ enthält).
    • Und man kann profund und unterhaltsam darüber lesen:

      Reinhard Haller
      Das Wunder der Wertschätzung
      Gräfe und Unzer Verlag GmbH

    Reinhard Haller ist einer der bekanntesten und profiliertesten Psychiater Österreichs und war in einigen Aufsehen erregenden Kriminalfällen als Gerichtsgutachter tätig. Sein Wissen über das Negative im Menschen und seine Erfahrungen damit hat er in mehreren Büchern der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 

    Mit diesem Buch aber eröffnet er uns nun die Chance auf eine bessere Welt und zeigt, wie wir den Menschen, mit denen wir zu tun haben, positiv begegnen und Gutes tun können. Und wie sich das auch gut auf uns selber auswirkt. 

    Lesbare Wissenschaft

    Der Autor beginnt mit einer Diagnose des Zustandes unserer Gesellschaft. Er beschreibt, welche Verhaltensweisen und Mechanismen dazu führen, Menschen emotional zu bedrängen und letztlich massiv zu beeinträchtigen; wie Entwertung funktioniert. 

    Radikale Sprache, Narzissmus, Beschämung, Neid, Aggression, Kränkung und Entwertung. 

    Eben das kann zu grausamer Selbstbeschädigung führen, aber auch zu furchtbaren Ausbrüchen gegen Andere.

    Aufmerksamkeit, Beachtung, Achtsamkeit, Respekt, Anerkennung, Lob, Belohnung, Dank, Empathie, Liebe

    Wir lesen aber auch darüber, was Wertschätzung ist und bedeutet, das es mehr ist als Achtsamkeit und Empathie (obwohl das wichtige und gute Elemente sind). Wir lernen, dass auch Kritik tatsächlich wertschätzend sein kann und zu viel des Guten nicht „gut“ ist. Ja und wir dürfen Wertschätzung auch einfordern. Wenn das alles denn oft so leicht wäre.  

    Dreh- und Angelpunkt: Selbstwertschätzung

    Nur wer sich selbst wertzuschätzen weiß, kann auch anderen Menschen wertschätzend begegnen. 

    Reinhard Haller zeigt uns dann, wie einfach zugewandter Umgang miteinander, Zuhören, und andere Mittel helfen, unsere Mitmenschen zu stärken, ihnen zu helfen, durchaus in deren Sinne. Und er beschreibt, wie das auch gut auf uns zurückfällt. Er schließt mit umsetzbaren und anwendbaren Vorschlägen, wie es uns gelingen kann, die Welt – zumindest die kleine Welt um uns – ein wenig besser zu machen.  

    Was einen guten Teil des Lesegenusses ausmacht, sind die zahlreichen ganz leicht nachvollziehbaren (aber manchmal umso tragischeren) Fallbeispiele aus der reichen Erfahrung des Autors.

    Wir werden uns nicht von heute auf morgen ändern, auch ich werde das nicht. Die Lektüre dieses Buches macht uns aber deutlich, welche Mechanismen in der Gestaltung unserer Beziehungen wirken und was wir verändern oder verbessern können und sollten – zu unserem eigenen und zum Vorteil unserer Gegenüber. 

    Ein eminent wichtiges Buch. Manche werden es schon gelesen haben, für alle anderen eine unbedingte Empfehlung!

    Also, mit der Textzeile von Wolfgang Ambros. „… net alles was an wert hat muss a an preis ham“. 

    Auf ein wertschätzendes Miteinander!

    Gerhard Breindl

  • Eine neue Website, cui bono?

    Eine neue Website, cui bono?


    Mit einer neuen Website in die digitale Welt hinauszugehen will wohl überlegt sein. 

    Einerseits

    Braucht es das wirklich? Für wen soll das gut sein? Gibt es nicht zahlreiche andere, einfachere Möglichkeiten digitaler Präsentation, die viel rascher erzeugt sind und vielleicht auch noch eine viel größere Reichweite erzielen (was auch immer das bedeuten kann)? Eine Website, die kein Wirtschaftsfaktor, kein Werbe- oder Verkaufsmedium sein will?

    Andererseits

    Ehrliche Bilder, die so vielleicht noch nicht zu sehen waren und doch eine Aussage- und Anziehungskraft haben. Texte, die gelesen und nicht nur überflogen werden wollen. Eine Website, die in unserer hektischen Zeit zum Verweilen einlädt. 

    Aufmerksamkeit

    Geht es mir darum, euch die Schönheit der Welt zu zeigen, euch für die Fragilität der Natur zu sensibilisieren? Möchte ich belehren, mitteilen, was richtig und falsch ist? Will ich euch „beeinflussen“ etwas zu tun oder zu unterlassen? Nein, das alles kann und will ich nicht! 

    Ich habe mich bewusst entschieden, die „sozialen Medien“ nicht zu bespielen, weil sie mir nicht passend erschienen. Für eine Aufmerksamkeitsspanne, die kürzer ist als eine Sekunde, wollte ich mir den Aufwand nicht machen. 

    Aus heutiger Sicht habe ich vielleicht einen schon antiquierten Weg gewählt. Mir geht es aber um eure Aufmerksamkeit, mir geht es darum, Gedankenanstöße zu geben. Ob es gelingt, wir werden sehen. 

    Ich bin ins Netz gegangen!

    Freuen würde ich mich, wenn ihr meine Bilder und Texte genießt und ich möchte in euch den Wunsch wecken hinauszugehen und – ganz analog – in Stadt und Land, in Gesellschaft und alleine, in der Beschäftigung mit anderen Menschen, bei der Betrachtung von Natur, Kultur, Handwerk und Kunstwerk selbst etwas für euch zu entdecken 

    Bei der Erstellung dieser Website habe ich wirklich viel gelernt und ich freue mich darauf weiter zu lernen. 

    Das Ergebnis: Ich bin ins Netz gegangen! Und damit lade ich alle ein, sich einfach einzulassen und mich ein Stück auf diesem Weg zu begleiten. Ich wünsche ich euch viele erfüllende Erlebnisse!

    Gerhard Breindl

  • Willkommen!

    Willkommen!


    Gut Ding braucht Weile, heißt es doch so schön! Für meine Website gilt das auf jeden Fall. Von den ersten Ideen und Überlegungen, Entwürfen und Versuchen im Editor bis zur jetzigen Veröffentlichung ist wirklich viel Zeit vergangen. 

    All die guten Ratschläge und Hinweise, es wäre doch ohnehin nicht so kompliziert, vieles selbsterklärend und Hilfe überall verfügbar, sind gut gemeint. Aber so ist es nicht! Steine liegen haufenweise auf dem Weg und die Hürden scheinen oft unüberwindbar, Frust lauert überall und immer.

    Aber letztlich ein Entschluss: Jetzt soll es sein! Nach mehreren Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen und immer häufigeren Fragen, ob es denn irgendwo mehr zu sehen gäbe, die finalen Schritte.

    Dazu benötigte es aber noch einen wesentlichen Beitrag – die konzentrierte Unterstützung beim konkreten Tun. Ich durfte stundenlang neben Herbert Köppel an meiner Website werken und ihn mit Fragen und Hilferufen quälen, während er an seiner Website arbeitete. Ich habe mich gefühlt wie ein Laiendarsteller neben einem Kammerschauspieler, wie ein Hobbyfussballer neben einem Spieler aus den Top-Ligen. Dafür ein herzliches Danke! 

    Ob die „Weile“ ausgereicht hat, ob es gut geworden ist, entscheidet ihr mit.

    Über Kommentare und Anmerkungen freue ich mich!

    Herzlich Willkommen also und viel Freude!

    Gerhard Breindl